Die kleinen Unterschiede – Vol. 2: Autobahn

Im Moment herrscht in Deutschland ja helle Aufregung, da eine Mautgebühr für die Autobahn immer realistischer wird. Über die genaue Summe ist sich die Politik ja noch nicht einig, aber das Thema war noch vor wenigen Jahren „undenkbar“ … das habe ich schon bei so einigen Themen gehört, aber nun gut. Ich schätze mal, dass sich die Maut irgendwo zwischen 20 – 100 Euro einpendeln wird – pro Jahr. Ich finde das auch nicht toll und viele schreien „Skandal!“, aber werfen wir doch mal einen Blick nach Japan. Dort werden Steuern auf das Benzin gezahlt und es gibt auch eine KFZ-Steuer – das ist also schon mal gleich. So etwas wie den TÜV gibt es auch, ebenfalls alle zwei Jahre, nur kostet es in Japan nicht knapp 100 Euro, sondern 500 Euro – ja das ist kein Tippfehler.

Nun aber zu den Autobahnen … die befinden sich in Japan in privater Hand und was machen Unternehmen um ihre Investitionen wieder rein zu bekommen und dann auch noch Geld zu verdienen? Ja genau! Sie lassen sich für ihren Service oder das Produkt bezahlen. Hier haben wir nun ein äußerst kostspieliges Produkt und die Baukosten pro Autobahnkilometer sind um ein astronomisches vielfaches höher, als in Deutschland. Kann man sich auch leicht vorstellen, da Japan zu 70% von Bergen bedeckt ist und die Autobahn teilweise bis zu 118 m hoch ist und es auch noch viele Tunnel gibt. Aus diesen Gründen ist die Maut dort schon aberwitzig hoch. Man bezahlt auch nicht einmal im Jahr oder pro Monat, sonder für die Strecke. Man fährt also auf die Autobahn, dann kommt man zu einer Mautstelle, die aus mehreren großen Toren besteht, der ein oder andere hat das vielleicht schon mal im TV gesehen. Sobald man die Autobahn wieder durch eines dieser Tore verlässt wird die Gebühr fällig. Ich mach mal zwei Beispiele:

Tokyo – Kyoto um 9 Uhr (ca. 442 km) = 10.100 Yen (ca. 77,83 Euro)
Nagoya – Kyoto um 9 Uhr (ca. 162 km) = 4.120 Yen (31,75 Euro)

Es gibt noch Möglichkeiten bei der Gebühr zu sparen, indem man zu anderen Zeiten fährt oder in sein Auto ein Gerät einbaut, das automatisch mit den Mauttoren kommuniziert, aber richtig günstig wird es auch dabei nicht. Eine Maut in Deutschland ist, wie gesagt, sicherlich nicht schön, da die Autofahrer schon ordentlich zur Kasse gebeten werden, aber wenn man nach Japan guckt, dann wird man doch etwas kleinlaut.

Bis dahin, euer Sanjuro.

Hier geht’s zu Vol. 1
http://www.yukai-japan.de/2017/08/14/die-kleinen-unte…-vol-1-toiletten/

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