Web-Hosting aus der Hölle

Wenn man Webseiten programmiert, hat man ja bekanntlich mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen und ist eigentlich die ganze Zeit am Fehler suchen. So weit so bekannt. In diesem speziellen Fall wollte ich für einen Kunden eine Seite mit WordPress erstellen, wobei man ja am Anfang eigentlich nicht einmal programmieren muss. Aber bevor es richtig losgehen konnte fingen die Probleme schon an und lange bevor ich überhaupt auch nur ansatzweise Code zur WP-Seite hinzufügen konnte war ich schon am Fehler suchen.

Ich habe mich also beim Web-Hoster meines Kunden eingeloggt und habe irgendwann auf dieser schrecklichen Seite die Informationen für die Datenbank gefunden, die man für die WP-Installation benötigt. Gut, dann also mit den Zugangsdaten über “FileZilla” eingeloggt und begonnen die Daten der neuesten WP-Version zu kopieren. Das ging sowas von super langsam, das hatte ich bis dahin noch nicht gesehen. Das Datenpaket von WordPress ist kleiner als 50MB und mein Upload beträgt theoretische 12Mbit … an mir sollte es also nicht gelegen haben. Nach 10 Minuten war das dann erledigt.

Dann wollte ich natürlich die Startkonfiguration von WP beginnen, die nicht sonderlich spektakulär ist. Ging nur nicht …?! Die Seite ließ sich nicht aufrufen. Nochmal geforscht und wieder beim Hoster eingeloggt, Einstellungen durchsucht und Aha! Man musste doch tatsächlich erst die PHP Unterstützung aktivieren … Ok. Getan und weiter.

Jetzt öffnete sich endlich das neue Fenster. Also Daten eingegeben und dann die Info, dass die nötige Datei nicht erstellt werden konnte, das sollte ich manuell machen. Ok, das ist für mich kein Problem, also gesagt, getan. Danach die Installation von WP gestartet und zum Login Fenster … welches einen Fehler anzeigte. Nämlich den wunderschönen 403 Forbidden Fehler, der dem ein oder anderen WP Nutzer bekannt sein sollte.

Dann beginn die große Suche in Foren und es kamen reichlich Lösungsvorschläge, die ich doch tatsächlich alle!!! durchgeführt habe. Vor diverse Code-Änderungen bis hin zu Änderungen der Dateiberechtigungen. Dann den Host kontaktiert, der in Japan sitzt und ich in Deutschland … gut, die haben dann meine IP in die “White List” gesetzt, damit das nicht der Grund sein kann. Solche Firmen sperren nämlich gerne IPs aus dem Ausland aus um die Sicherheit zu verbessern. Gut, hat natürlich nicht geklappt. Dann die Installation von WP komplett gelöscht und neu installiert. Damit waren wir leider wieder aus der “White List” raus aber das wurde nach erneutem Anruf wieder gemacht.

Weil es immer noch nicht ging empfahl man mir eine andere Dateiberechtigung zu wählen. Ich hatte schon einiges in dieser Richtung ausprobiert bis hin zu “777” (da ist sozusagen alles erlaubt). Ich sollte mal 707 und 757 probieren. Bei 707 wurde gar nichts mehr angezeigt und bei 757 war es wie bei 777: Die “Rohwebsite” wurde angezeigt, Login jedoch unmöglich.

Also wieder anrufen … da meinte der Typ dann, dass ich das Problem selber lösen sollte und WordPress funktionieren sollte. Nach einem kleinen Ausraster meiner Frau gegenüber dem Service-Mitarbeiter kam er dann doch noch mit einer Idee. Bei den Einstellungen des Hosts gäbe es neben der vorher erwähnten PHP Aktivierung noch ein Häkchen, welches hieß “sicheres PHP”, dieses sollte ich ausstellen. Erst ging es wieder nicht, aber nach löschen der Browser Cache dann !!! Year!

Das war jetzt alles sehr technisch und eigentlich auch nicht alles was passiert ist, aber man kann aber sagen, dass meine Frau dort über eine Woche lang jeden Tag um 3:00 Uhr morgens angerufen hat und wir parallel noch selbst auf Fehlersuche waren. Nach all dieser Zeitverschwendung konnte das Erstellen der Homepage nun endlich losgehen. So etwas habe ich noch nie erlebt, normalerweise ist das reine Einrichten von WordPress kein Problem, das habe ich schon viele Male gemacht und es gab nie Probleme, diese kommen sonst erst im Verlauf der Arbeit.

Ganz davon abgesehen, das der Hoster langsam ist, unnötig kompliziert und einfach nur in die Tonne gehört, kann man sagen, dass zumindest der Telefonservice immer erreichbar war. Allerdings haben sie noch eine nette Überraschung für die Kunden parat. Die PHP, bzw. MySQL Versionen befinden sind alle bei einer ziemlich niedrigen Versionsnummer, die gerade einmal die Mindestanforderungen von WP deckt. Alternativen zu WP sind damit ausgeschlossen, weil diese alle höhere Anforderungen haben. Man kann allerdings die Versionen updaten – für schlappe 60€ …. ähhhh ok. Sobald WP also mal höhere Mindestanforderungen stellt ist man gezwungen das Geld zu investieren. Sollte ich jemals wieder einen Kunden haben der diesen Webhoster nutzen will werde ich den Auftrag ablehnen. Ich will den Namen nicht direkt nennen, aber es handelt sich um den “König der Domains” 😉

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