Die kleine Unterschiede – Vol. 6: Tankstelle

Heute möchte ich euch einmal die japanischen Tankstellen vorstellen und die kleinen Unterschiede, die es zum deutschen Gegenstück gibt. In Japan gibt es zwei Arten von Tankstellen, einmal „Self Service“ und welche mit Service Personal.

Fangen wir mal mit der „Self Service“ Variante an. Man fährt ganz normal an die Zapfsäule, kann dann aber nicht gleich loslegen, weil ja niemand dort ist, der einen abkassiert oder kontrolliert. Man muss die Zapfsäule erstmal mit Geld befüllen ehe sie dein Auto mit Benzin befüllt 😉 Dafür kann man einfach die gewünschte Menge Bargeld in die Maschine stecken oder im „Tankstellen-Häuschen“ eine Pre-Paid-Karte erwerben, wodurch einem ein kleiner Rabatt eingeräumt wird, weil man natürlich damit nur bei einer Tankstellen-Firma tanken kann. Ich bin mir nicht sicher, ob man auch mit der Kreditkarte bezahlen kann, weil Japan grundsätzlich eher ein Bargeld geprägtes Land ist und wenig mit Karte bezahlt wird. Nun gut, jetzt hat die Zapfsäule ein gewissen Guthaben und kann auf Knopfdruck den Gegenwert in Benzin in sein Auto füllen lassen. Ansonsten kann auf der Tankstelle nicht viel machen, weil ja niemand sonst dort ist. In dem kleinen Tankstellen-Häuschen findet man wie gesagt, den Pre-Paid Automaten, einen Getränkeautomaten und manchmal noch Werbezeitschriften, das war es.

Nun zur Variante mit Personal. Sobald man auf das Tankstellen-Gelände fährt und von einem der viele Mitarbeiter erblickt wird, winkt dieser einen auch schon zu einen freien Zapfsäule heran und positioniert das Auto perfekt durch lautstarkes Einweisen „Orai, Orai, ok desu!“. „Orai“ leitet sich vom englischem „all right“ ab und wird in Japan fast nur im Zusammenhang mit der Einweisung von Fahrzeugen benutzt, sinngemäß wie „Komm, komm, noch ein bisschen“ oder so ähnlich. Wenn das „ok desu“ ertönt, bedeutet es einfach, dass man stoppen kann, weil die perfekte Position erreicht ist. Dann kommt der nett Einweiser ans Fenster und fragt was, und wieviel er tanken soll. Gezahlt wird nach Beendigung des Tankvorganges. Die Tankzeit vom Personal genutzt um die Windschutzscheibe des Autos zu putzen, gleichzeitig erhält man auch selbst einen Putzlappen um sein Auto innen zu putzen! Das ist schon eine Besonderheit und zeigt wie viel Wert auf Sauberkeit im Auto gelegt wird. Theoretisch muss man überhaupt nicht aussteigen, wenn man nut tanken will, aber da ja Personal vorhanden ist, gibt noch ein paar Sachen, die man machen kann. Natürlich ist eine Toilette vorhanden, aber das ist in Deutschland genauso, ebenfalls gleich ist die obligatorische automatische Waschanlage. Meisten gibt es noch eine kleine Werkstatt für Reifenwechsel oder kleinere Serviceleistungen. Im Tankstellen-Häuschen kann aber wieder nur ein Getränk kaufen oder warten. Einen Shop, der einem kleinem Supermarkt ähnelt gibt es in japanischen Tankstellen nicht, und zwar aus einem einfachen Grund: An fast jeder Ecke befinden sich 24-Stunden-Mini-Supermärkte, die „Konbinis“. Da würde ein Shop in einer Tankstelle keinen Sinn machen. Allerdings gibt es in seltenen Fällen eine Kooperation zwischen beiden Parteien und dann befindet sich auf dem selben Gelände Tankstelle und Konbini, das ähnelt dann schon sehr einen deutschen Tankstelle, bis auf den Service an der Zapfsäule, den es in Deutschland nur sehr vereinzelt gibt.

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