Space Pirate Captain Harlock

Wenn Mangas als Anime adaptiert werden kommt ja sehr oft etwas gutes Dabei heraus, oft sogar etwas wirklich geniales. Anders verhält es sich z.B. mit Videospielen die als Realverfilmung begeistern sollen – die Vergangenheit hat uns gelehrt: Hierbei kommt zu ca. 90% absoluter Müll heraus und die restlichen 10% sind bestenfalls durchschnittlich, bis auf einige wenige Ausnahmen abgesehen. Ähnlich verhält es sich bei Realverfilmungen von Mangas. Bei Videospielen erschließt sich mir das noch, weil wenn man etwas aktives wie ein Videospiel, wo die Story oft nicht perfekt ausgearbeitet ist in einen Film verwandelt – das ist das schon eine große Herausforderung. Da allerdings Anime-Adaptionen von Mangas so gut funktionieren, erschließt sich mir nicht warum der Großteil der Realverfilmungen so schlecht ist. Bei komplett animierten Adaption verhält es sich leider nicht besser, daher war ich bei „Harlock“ erst sehr skeptisch.

Als ich „Space Pirate Captain Harlock“ einschaltete wusste ich nicht was mich erwartet, ich kannte weder den Manga, noch wusste ich, dass es komplett aminierter Film ist. Als der Film dann begann und mir klar wurde dass es sich hierbei um CGI handelt, senkten sich meine Erwartungen drastisch und die ersten 30 Minuten machten das nicht besser, sondern senkten die Erwartungen in den Minusbereich. Bei Manga-Adaptionen muss alles immer möglichst cool und stylisch aussehen. Was aber in gezeichneter Form funktioniert sieht in 3D oder mit echten Schauspielern oft einfach nur lächerlich aus. So war es anfangs auch hier – supercoole Stereotypen wo das Auge reicht. Die Powerfrau, die mehr drauf hat als jeder Kerl im Team, der etwas dickere, der die schweren Waffen mit sich rumschleppt und der mysteriöse ultracoole Anführer. Nicht zu vergessen, den Hauptcharakter, der fälschlicher Weise als Nobody und Schwächling abgetan wird. Die Zeichen standen also nicht gut…

…umso mehr überraschte mich der Rest des Film. Mittlerweile war die Story klar und diese war durchaus interessant. Es geht darum, dass die Menschen das gesamte Universum besiedelt haben, aber keinen einzigen Planeten vergleichbar mit der Erde gefunden haben. Da die Erde aber nicht Mal ansatzweise so viele Menschen verkraften könnte wie es im Universum gibt, gab es einen Krieg woraufhin die Erde ein heiliger Ort erklärt wurde, der von niemandem betreten werden darf. Captain Harlock möchte das allerdings ändern und platziert überall im Universum an den sogenannten „Zeitknoten“ spezielle Bomben. Davon benötigt er genau 100 Stück. Wenn diese detonieren werden Zeit und Raum voneinander gelöst und es wird möglich in der Zeit zurück zu reisen, wo noch jeder auf der Erde leben durfte. Harlock reist mit einem sehr starken und einzigartigem Raumschiff durch’s All. Es wird von dunkler Materie angetrieben und kann sich selbstständig reparieren, außerdem verfügt es über eine sehr starke Feuerkraft. Mehr möchte ich hier nicht verraten, da die Geschichte nach dem verwirrendem Anfang wirklich interessant und wendungsreich ist.

Was mich auch überrascht hat war die Tatsache, dass die oben erwähnten Stereotypen weitaus vielschichtiger sind als ich erwartet habe. Ich hätte also nicht weiter daneben liegen können mit meinem ersten Eindruck. Ich kann leider nicht sagen wie der Film auf Kenner des Mangas wirkt, weil ich diesen wie gesagt nicht gelesen habe. Für unwissende wie mich kann ich den Film durchaus weiterempfehlen und sagen: Bitte bis zum Ende gucken und nicht vom Anfang entmutigen lassen, es lohnt sich manchmal geduldig zu sein 😉


Bewertung

Punkte: 7 von 10
Fazit: Zäher Start, aber im gesamten solider Film.

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